Thessaloniki: Wenn eine Stadt ihre Katzen vergisst

Griechenland

+++ 350 Straßenkatzen im Großraum Thessaloniki auf tägliche Fütterung angewiesen +++ Kittensaison bringt jedes Frühjahr neue Tiere auf die Straße +++ Tierschützerinnen vor Ort arbeiten ohne staatliche Unterstützung und zunehmend ohne ausreichende Mittel +++ Spendenrückgang trifft Zenias Tiere e.V. zu einem Zeitpunkt, an dem der Bedarf weiter wächst +++

„Und wenn man halt nichts dabei hat an Futter, weil es fehlt, und die Katzen warten am Straßenrand – das zerreißt einem das Herz.” Das sagt Ingo, Vereinsvorstand von Zenias Tiere e.V., über Momente, die immer mehr zum Alltag werden.

Thessaloniki ist laut, dich und voller Leben - und gleichzeitig ein Ort, an dem unzählige Katzen keinen Platz haben. Zwischen parkenden Autos, Müllcontainern und Hinterhöfen versuchen sie zu überleben. Genau hier stehen die Tierschützerinnen Eugenia, Penelope und Katharina - gemeinsam mit einem kleinen Netzwerk Ehrenamtlicher - für rund 300 bis 350 Straßenkatzen ein. Sie stemmen Tag für Tag eine Realität, die eigentlich längst außer Kontrolle geraten ist.

Es ist noch nicht lange her, da waren es noch rund 200 Katzen. Heute sind es deutlich mehr. Die Zahl wächst unaufhaltsam, weil Kastrationen kaum finanzierbar sind, und mit dem Frühling erneut die Kittensaison begonnen hat. Unkastrierte Katzen bekommen meist vier bis sechs Jungtiere auf einmal - und das mehrfach im Jahr! Viele dieser kleinen Wesen überleben die ersten Wochen nicht. Und die wenigen, die es schaffen, geraten später selbst in den Kreislauf aus Hunger, Krankheiten und einem Leben auf der Straße.

Das Netzwerk, das dagegen hält, ist klein - und längst am Limit: Penelope fährt täglich durch Stadtteile und Außenbezirke, versorgt Futterstellen und behält die Kolonien im Blick. Katharina hat ihr eigenes Zuhause zu einem Zufluchtsort gemacht und kümmert sich dort um rund 100 Katzen. Eugenia unterstützt sie dabei und springt ein, wo die beiden Hilfe brauchen. Im Hintergrund unterstützt der deutsche Verein Zenias Tiere e.V. – doch auch dort brechen die Spenden weg. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Population größer ist als je zuvor und die Kittensaison gerade erst begonnen hat.

Die Katzen in Thessaloniki haben niemanden außer den wenigen Menschen, die täglich für sie da sind. Bitte hilf mit einer Futterspende, damit das so bleibt.

Eine Millionenstadt, ein unsichtbares Problem
Über eine Millionen Menschen leben in Thessaloniki - und mit ihnen eine kaum überschaubare Zahl an Straßenkatzen. Die Tiere leben zwischen Parkplätzen, Müllcontainern und Hinterhöfen, in Industriegebieten und an Stadträndern. Sie gehören zum Stadtbild, aber die Gesellschaft übernimmt keine Verantwortung. Man sieht sie, geht an ihnen vorbei, lebt mit ihnen - ohne wirklich hinzusehen. Kommunale Kastrationsprogramme existieren zwar, erreichen aber nur einen Bruchteil der tatsächlichen Population. Den Rest regeln – oder eben nicht – Privatpersonen, die sich aus eigenem Antrieb kümmern. „Die Stadt verursacht die Probleme und verlässt sich am Ende auf die Tierschützer”,sagt Ingo. „80 % der Menschen sehen die Katzen als Belastung oder interessieren sich nicht.”

Jeder Frühling dreht die Spirale weiter
Mit steigenden Temperaturen beginnt das, was die Helfer:innen jedes Jahr aufs neue an ihre Grenzen bringt: Die Kittensaison. Unkastrierte Katzen bringen mehrere Würfe im Jahr zur Welt. Vier, fünf, sechs Kitten - immer wieder. Viele dieser Jungtiere überleben die ersten Wochen nicht – Hunger, Infektionen, Autos sind eine tödliche Gefahr. Die wenigen, die überleben, wachsen hinein in ein Leben auf der Straße, geprägt von Hunger und Unsicherheit. Kastrationen könnten das durchbrechen. Aber jede einzelne bedeutet, dass die Tiere aufwändig eingefangen werden müssen, Tierarztkosten und Nachsorge. „Die Populationen kriegen wir nicht eingedämmt aufgrund von fehlenden Spenden für die Kastration“, sagt Ingo. Und so wird aus jedem Frühling kein Neuanfang, sondern nur die nächste Runde im selben Kreislauf. Mit mehr Tieren, mehr Leid und immer weniger Möglichkeiten, dagegen anzukommen.

Drei Frauen, die nicht aufhören können
Penelope fährt täglich durch die Stadt. Futterstellen, Randgebiete, versteckte Ecken - sie kennt die Orte, an denen die Katzen warten. Sie versorgt die Kolonien und koordiniert ein Netzwerk aus zehn bis fünfzehn weiteren Ehrenamtlichen. Eugenia arbeitet an ihrer Seite und unterstützt, wo sie kann. Katharina hat ihr Privatleben längst ganz dem Tierschutz gewidmet: Rund 100 Katzen leben bei ihr zu Hause – Tiere, die sie von der Straße geholt hat und nicht wieder zurückbringen kann. „Unsere Tierschützerin Katharina, die hat um die 100 Katzen in ihrem Haus. Das tut einem in der Seele weh zu sehen, wie viele Katzen da auf einem Fleck sind – aber sie sind zumindest in Sicherheit", so Ingo. Tagsüber gehen viele der Helferinnen ihrem Beruf nach, nachts versorgen sie Tiere. „Die sind alle kaputt – körperlich und nervlich. Die machen das jeden Tag – 365 Tage im Jahr.“

Wenn das Budget nur für eine Entscheidung reicht
Futter, Medikamente, Operationen, Kastrationen – all das läuft parallel, aber die Mittel dafür reichen nicht. Seit die Spendeneinnahmen zurückgegangen sind, muss der Verein priorisieren. Kosten für Tierarztbesuche und Behandlungen summieren sich auf mehrere Tausend Euro. „Am Ende geht es immer ums Geld – und das ist halt unheimlich schwierig", sagt Ingo. „Manchmal müssen wir sagen: Wir können nicht helfen – und das ist das Schlimmste." Die Kosten steigen, die Spenden sinken. Und dazwischen stehen Menschen, die versuchen, jeden Tag weiterzumachen - obwohl es eigentlich längst zu viel ist.

Darum macht Futter einen so großen Unterschied
Die Situation in Thessaloniki ist kein kurzfristiges Problem. Ohne Hilfe verschlechtert sich die Situation – leise, konstant und gerade jetzt schneller als je zuvor. Um eine Eskalation zu verhindern, ist eine gesicherte Futterversorgung entscheidend. Genügend Futter nimmt den Druck von den Menschen vor Ort, denn sie müssen die hungrigen Katzen nicht ohne Hilfe zurücklassen. Und das wenige Geld kann dort eingesetzt werden, wo es sonst fehlt – bei kranken und verletzten Tieren und für Kastrationen, um das Leid langfristig zu lindern.

Mit einer Futterspende sorgst du dafür, dass Penelope, Katharina und Eugenia morgen früh nicht mit leeren Händen losfahren müssen.

Träger und Verantwortliche

Zenias Tiere e.V.

Erfurt