Ringo Land: Zuflucht für 800 Hunde

Rumänien

+++ Rund 800 Hunde in zwei Sheltern brauchen verlässliches Futter +++ Staatliche Unterstützung existiert nicht – alle Kosten trägt der Verein allein +++ Ohne gesicherte Grundversorgung können keine weiteren Hunde aus öffentlichen Sheltern gerettet werden +++

„Wir haben keine dauerhafte und verlässliche Unterstützung, auf die wir uns verlassen können. Wir müssen täglich und monatlich kämpfen.“ So erklärt Irina, Vizepräsidentin von No Limits Pets die Situation vor Ort.

Rund 800 Hunde leben heute in den beiden Sheltern von No Limits Pets in der rumänischen Bacău-Region. Für viele von ihnen wurde “Ringo Land” - benannt nach dem ersten Hund, mit dem alles begann - zu einem sicheren Zufluchtsort. Hier finden Hunde Schutz, die von der Straße gerettet wurden, aus öffentlichen Sheltern stammen oder irgendwo ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen wurden. Was nach einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte klingt, ist in Wahrheit ein täglicher Kampf darum, diese Tiere überhaupt versorgen zu können. Denn Futter, medizinische Versorgung, Personal und Infrastruktur werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Hinter jedem gefüllten Napf steht die Hilfe von Menschen, die nicht wegsehen.

Keinen einzigen Euro gibt es vom Staat oder von lokalen Behörden. Gleichzeitig fehlt für einen Teil der rund 800 Hunde die finanzielle Grundlage für eine verlässliche Versorgung. Genau deshalb wird Futter zum entscheidenden Faktor. Ist die Grundversorgung nicht gesichert, müssen Gelder, die eigentlich für Tierarztkosten, Kastrationen oder Notfälle gedacht sind, für die tägliche Fütterung eingesetzt werden. Ein Kreislauf, der das gesamte Rettungssystem zunehmend unter Druck setzt.

Deine Futterspende hilft, diese Grundlage zu sichern – und gibt dem Team die Möglichkeit, sich auf das zu konzentrieren, was diese Hunde so dringend brauchen: Rettung, Heilung und die Chance auf ein Leben in einer Familie.

Alles begann mit einem einzigen Hund
Der Verein trägt seinen Namen nicht zufällig. Alles begann mit einem Hund namens Ringo. Florin, Gründer von No Limits Pets, fand ihn schwer verletzt, nachdem er von einem Auto angefahren worden war – ausgerechnet einen Tag, bevor seine Frau Irina ihr zweites Kind zur Welt brachte. Weil es keinen anderen Platz gab, zog Ringo kurzerhand ins Badezimmer der Familie. Dann kam ein weiterer Hund. Und noch einer. Aus einzelnen Rettungen wurde eine Aufgabe und aus einer Aufgabe eine Mission. Am 7. März 2018 wurde dann No Limits Pets offiziell gegründet. Heute betreibt der Verein zwei Shelter mit dem Namen “Ringo Land” - benannt nach dem Hund, mit dem alles begann. „Alles begann mit Ringo“, sagt Irina. Eine Geschichte, die inzwischen hunderten Tieren Hoffnung schenkt.

Straßenhunde gehören zum Alltag – aber ihr Leid wird kaum gesehen
In der Region rund um Bacău und Prăjești gehören Straßenhunde vielerorts zum gewohnten Bild. Unkastrierte Tiere, ausgesetzte Welpen und herrenlose Tiere sind für viele Menschen längst Normalität geworden. Genau darin liegt das Problem: Was alltäglich erscheint, wird oft übersehen. Während immer neue Hunde auf der Straße geboren oder ausgesetzt werden, kämpfen die Tierschützer:innen darum, wenigstens einigen von ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Öffentliche Einrichtungen können Hunde unter bestimmten Bedingungen bereits nach 21 Tagen töten lassen. Gleichzeitig erhalten Tierschutzorganisationen wie No Limits Pets keinerlei finanzielle Unterstützung vom Staat. „In Rumänien erhält keine Tierschutzorganisation Geld vom Staat oder von lokalen Behörden. Es gibt dafür kein Gesetz, keine Regelung, nichts", sagt Irina. Was für Hunde in Not getan wird, liegt allein bei privaten Initiativen.

Retten, rehabilitieren, vermitteln – ein Kreislauf mit echten Kosten
No Limits Pets arbeitet nach einem klaren Prinzip: Hunde werden nicht einfach aufgenommen und verwahrt, sondern systematisch auf ein Leben in einer Familie vorbereitet. Acht Trainerinnen und Trainer arbeiten täglich daran, Vertrauen aufzubauen und den Hunden die Sicherheit zu geben, die sie oft nie kennenlernen durften. Eine Tierärztin und zwei Vet-Technikerinnen kümmern sich um medizinische Notfälle, während komplizierte Eingriffe in Kliniken durchgeführt werden, deren Rechnungen schnell vierstellige Beträge erreichen können. Hinzu kommen Kastrationen, Impfungen, Zeckenschutz und zahlreiche Behandlungen chronischer Erkrankungen. „Ein Shelter ist kein Zuhause. Wir wissen, dass wir mehr für diese Hunde wollen“, erklärt Irina. Genau dieser Anspruch macht die Arbeit so wertvoll – und gleichzeitig so kostenintensiv.

Die Futterfrage entscheidet über alles
Jeden Tag müssen rund 800 Hunde versorgt werden. Deshalb entscheidet die Futterversorgung über weit mehr als nur volle Näpfe. Im Outdoor-Shelter ist Trockenfutter die wichtigste Grundlage, weil es hygienisch, lange haltbar und auch bei hohen Temperaturen gut einsetzbar ist. Fehlt es, geraten alle anderen Bereiche unter Druck: Geld, das eigentlich für Operationen, Medikamente oder Kastrationen vorgesehen war, muss für die Grundversorgung eingesetzt werden. „Wir müssen immer rechnen: Was kommt diesen Monat rein, was kommt nächsten Monat rein, und wie viele Hunde können wir retten?“, beschreibt Irina die tägliche Realität.

Nein sagen aus Verantwortung – der härteste Teil der Arbeit
Täglich melden sich Menschen, die Hunde in Not gesehen haben. Doch No Limits Pets kann nicht jeden Hilferuf annehmen – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil Verantwortung Grenzen kennt. Wenn die medizinischen Kapazitäten ausgeschöpft sind, wenn Parvo in der Welpenstation kursiert, wenn Spenden fehlen, dann gefährdet jede weitere Aufnahme die Hunde, die bereits im Shelter leben. „Wir können nicht 5.000 Hunde aufnehmen, wenn wir finanziell und personell nur 800 Hunde versorgen können”, sagt Irina. „Wir haben zuerst Verantwortung für die Hunde, die bereits in unserer Obhut sind.” Diese Entscheidung kostet Kraft, moralisch wie emotional.

Phoebe: Ausgesetzt, krank – und doch eine Geschichte mit Happy End
Vor dem Tor des Shelters wurde eine etwa einjährige Hündin namens Phoebe ausgesetzt. Die junge Hündin war unkastriert, hatte Auffälligkeiten an den Hinterbeinen und wurde zusätzlich positiv auf Babesiose getestet – eine durch Zecken übertragene Krankheit. Sie steht stellvertretend für viele Hunde, die bei No Limits Pets ankommen: Ausgesetzt, krank und ohne jemanden, der sich verantwortlich fühlt. Doch Phoebes Geschichte nahm eine glückliche Wendung. Nach einem Aufruf meldete sich eine frühere Adoptantin des Vereins. Ihre Tochter verliebte sich in die Hündin und entschied sich, ihr ein Zuhause zu schenken. Genau solche Geschichten, sagt Irina, geben dem Team die Kraft, weiterzumachen. „Wir leben von diesen Erfolgsgeschichten und den Rückmeldungen der Adoptierenden. Sonst wäre es ein einziges emotionales Chaos." Für Phoebe wurde aus einem schweren Start ein neues Leben - und genau dafür kämpfen die Helfer:innen jeden Tag.

Deine Futterspende verändert alles
Wenn die Futterversorgung gesichert ist, kann No Limits Pets Spendengelder dort einsetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden: Für medizinische Notfälle, Kastrationen, Zeckenschutz, Klinikrechnungen und die Rehabilitation der Hunde. Futter ist keine Selbstverständlichkeit, es ist die Grundlage, auf der alles andere erst möglich wird. Gleichzeitig unterstützt jede Futterspende das Team vor Ort, das jeden Tag kämpft, damit aus geretteten Hunden irgendwann Familienmitglieder werden.

Träger und Verantwortliche

Glückspfoten ohne Grenzen e.V.

Wallerfangen