Ungarns wertlose Hunde

Ungarn

+++ Ungarns Hunde in der Krise: Ihr Leben ist nichts wert +++ Tierliebenden Menschen mangelt es oft an Wissen oder finanziellen Mitteln +++ Mehr Armut = Schlechtere Lebensbedingungen +++ Private Tierschutzinitiativen im dauerhaften Rettungs- und Versorgungseinsatz +++ Steigende Kosten lassen die Futterlager immer leerer werden +++

Unterversorgt, unkastriert und ohne große Hoffnung: Das Elend zahlreicher ungarischer Fellnasen lässt sich auf wenige traurige Worte herunterbrechen. Vor allem in den ländlichen Regionen des Landes, die teils von Armut geprägt sind, wird das Leben eines Vierbeiners oftmals als wertlos angesehen. Und selbst den Menschen, die ihr Leben den Hunden widmen und sich um sie kümmern möchten, mangelt es häufig an Fachwissen und den finanziellen Mitteln.

Für die Vereine Gebrochene Hundeseelen e.V., Tierhilfe 4 Happy Paws e.V. und Pusztamonster e.V. gehört dieses Leid traurigerweise zum Alltag. Sie retten ausgesetzte, schwer verletzte und erkrankte Hunde. Egal ob groß oder klein, alt oder jung – sie versuchen, all den Tieren eine zweite Chance zu schenken. Doch Löcher in den Projektkassen, der geringe Stellenwert der Vierbeiner und täglich neue Notfälle machen die Situation zu einem Ritt auf Messers Schneide.

Mit einer großen Futterlieferung möchten wir gleich drei Vereine dabei unterstützen, die Futternot ihrer über 180 betreuten Hunde zu lindern. Können die Schützlinge von Gebrochene Hundeseelen e.V., Tierhilfe 4 Happy Paws e.V. sowie Pusztamonster e.V. auf deine Unterstützung zählen?

Nicht Schuld suchen, sondern helfen
„Es geht nicht darum, Menschen wegen schlechter Haltungsbedingungen zu verurteilen. Es geht darum, Gespräche zu suchen, Verständnis zu zeigen und auch mal mit einem Sack Futter zu helfen. Es ist der Beginn einer Beziehung, aus der später Verbesserungen für die Tiere entstehen.“ Claudia vom Verein Gebrochene Hundeseelen e.V. bringt es auf den Punkt. Nur gemeinsam mit den Menschen in Ungarn kann die Situation der Hunde im Land verbessert werden. Die Tierschützer:innen vor Ort setzen neben der Rettung und Versorgung der Tiere alles daran, auch Aufklärungsarbeit zu leisten. Doch bei ihrem Einsatz für Ungarns als „wertlos“ angesehene Fellnasen stoßen sie zunehmend an ihre Grenzen.

Tötung als letzter Ausweg
Gebrochene Hundeseelen e.V. unterstützt das Tierheim Kondoros im Osten Ungarns, nahe der rumänischen Grenze. Gemeinsam mit zwei weiteren Tierschützerinnen setzt sich Leiterin Eva dort täglich für 60 Hunde ein. Weitere 40 Fellnasen müssen an verschiedenen Futterstellen versorgt werden. Seit Jahren spitzt sich die Lage aber immer weiter zu: Es mangelt an Personal, Medikamenten und ausreichend Futter. Auch laufende Kosten, etwa für das Vereinsfahrzeug, das dringend für Tierarztbesuche und Futtertransporte benötigt wird, belasten die ohnehin angeschlagenen Vereinskassen.

Oft sitzt den Tierschützerinnen vor Ort die Zeit im Nacken, wie Vereinsverantwortliche Claudia berichtet: „Der größte Teil der Finanzierung lastet auf den Vereinen und freiwilligen Unterstützern. Besonders problematisch ist jedoch die Situation mit Blick auf die öffentlichen Tierheime. Dort ist es weiterhin legal, Hunde nach einer gewissen Aufenthaltsdauer einzuschläfern. Private Tierheime wie unser Kondoros versuchen deshalb, möglichst vielen Tieren eine Alternative zu diesem System zu bieten.“ Es ist ein loses Netzwerk aus Menschen, die sich für das Wohl der Tiere einsetzen und tagtäglich darum kämpfen, keinen Hund diesem Schicksal zu überlassen. Jeder Hund, der in Kondoros aufgenommen wird, ist eine Chance gegen dieses Schicksal. Doch jede Rettung bedeutet auch zusätzliche Verantwortung – für Futter, medizinische Versorgung und einen sicheren Platz.

Hunderettung mit geringsten Mitteln
Tötungsstationen, illegale Züchter, Messie- und Animal-Hoarding-Haushalte oder Hunde, die ihr Leben an der Kette verbringen mussten: Tierschützerin Livia hat nahezu jede Form des Hundeleids unter ihrem Dach vereint, die man sich vorstellen kann. „Von fast verhungerten Welpen bis hin zu ausgewachsenen Vierbeinern, die Schrotkugeln im Körper hatten, habe ich fast alles schon gesehen.“  Zwischen 40 und 50 Fellnasen leben in ihrer kleinen Auffangstation sowie auf betreuten Pflegestellen in Orosháza, Ungarn. Immer wieder bereiten ihr unvorhersehbare Notrufe Sorgen, die sie plötzlich mit einer größeren Zahl an Hunden oder ganzen Würfen von Welpen konfrontieren. „Ich kann sie doch nicht einfach ihrem Schicksal überlassen“, lauten ihre verzweifelten Worte.

Doch das Projekt, das vom Verein Tierhilfe 4 Happy Paws e.V. betreut wird, droht unter der Last der vierbeinigen Hilfesuchenden zusammenzubrechen: Fehlendes Futter, hohe Tierarztkosten und immer neue Notfälle aus Tötungsstationen, Vermehrerbetrieben, Kettenhaltungen, Messie-Haushalten sowie von der Straße bringen das Projekt an seine Grenzen. Ohne Unterstützung hat diese Arbeit keine Zukunft. Ohne Unterstützung droht die Hilfe für viele Hunde dort zu enden, wo sie eigentlich erst beginnen sollte.

Plötzlich Gnadenhof
Der niedrige Stellenwert eines Hundelebens bereitet auch Tierschützerin Birgit in Csengele große Sorgen. Mit ihrem Verein Pusztamonster e.V. gibt sie fast 40 als nutzlos angesehenen und nicht mehr vermittelbaren Vierbeinern ein Zuhause. Gemeinsam mit ihrem Mann begann die deutsche Auswanderin einst mit sieben Hunden und zog nach Ungarn auf einen Hof, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch die Not weiterer Hunde vor Ort ist so groß, dass aus dem überschaubaren privaten Engagement schon bald ein Gnadenhof mit vielen alten Tieren und hohen laufenden Kosten wurde.

„Eine dringende Operation kann schnell vierstellige Kosten verursachen. Etwa 90 Prozent der Ausgaben zahlen wir privat. Dafür habe ich mittlerweile drei Jobs angenommen…“, erklärt Birgit verzweifelt. Die Kapazitätsgrenzen sind längst erreicht. Jede weitere Aufnahme einer Fellnase würde das fragile System und damit die Versorgung der nicht mehr vermittelbaren Dauergäste ins Wanken bringen.

Hilfe in höchster Futternot!
Während das Verhältnis aller drei Projekte zu den Behörden und Gemeinden grundsätzlich positiv ist, endet die Unterstützung häufig bereits an dieser Stelle. Mit den laufenden Kosten werden die Tierschützer:innen weitgehend allein gelassen. Der Druck durch Tötungen in öffentlichen Einrichtungen und der teils herzlose Umgang einiger Menschen mit heimatlosen Hunden lasten schwer auf den Schultern der privaten Initiativen.

Leidtragende sind die über 180 Hunde, die für ihre Lebensumstände am wenigsten können. „Sie sind die Schwächsten in diesem System“, lautet der gemeinsame Tenor aller drei Projekte.

Die Tierschutzprojekte von Gebrochene Hundeseelen e.V., Tierhilfe 4 Happy Paws e.V. sowie Pusztamonster e.V. hoffen auf deine Unterstützung. Jeder Napf zählt und hilft dabei, den verstoßenen Fellnasen Ungarns eine Zukunft zu schenken.

Träger und Verantwortliche

Givio - Ungarnhilfe

Stuttgart