Kastrationen gegen Katzenleid

Ungarn

+++ Millionen Straßenkatzen und ein kleines Team, das gegen die Vermehrung kämpft +++ Freiwillige Helfer:innen fangen, kastrieren, setzen wieder aus - so viele Tiere wie möglich +++ Bis 2.000 Kastrationen im Jahr +++ Ein kleines Kitten, das alles veränderte +++ Warum Futter alles bedeutet +++

„Wir haben irgendwann verstanden, dass unsere eigenen finanziellen Möglichkeiten und wir zwei allein niemals ausreichen würden.“ – Stefano, Gründer von MAVED

In Ungarn leben nach Schätzung der Tierschutzorganisation MAVED bis zu fünf Millionen Straßenkatzen. Millionen Tiere, die täglich mit Hunger, Krankheiten und den Gefahren eines Lebens auf der Straße kämpfen - und bringen immer neue Kitten zur Welt. Denn ein flächendeckendes staatliches Kastrationsprogramm existiert nicht. Solange sich daran nichts ändert, beginnt das Leid mit jeder neuen Generation von vorn.

Genau diesen Kreislauf will MAVED durchbrechen. Was Stefano und seine Frau 2017 ins Leben gerufen haben, ist heute ein landesweites Netzwerk: Mit nur 25 bis 30 festen Freiwilligen und 32 Partner-Tierarztpraxen organisiert MAVED jährlich bis zu 2.000 Kastrationen. Gleichzeitig versorgen die Helfer rund 480 Katzen in Kolonien und privaten Pflegestellen.

Doch beides hängt unmittelbar zusammen. Denn während MAVED versucht, durch Kastrationen zukünftiges Leid zu verhindern, müssen die Katzen, die heute schon da sind, jeden einzelnen Tag satt werden. Das gespendete Futter reicht dafür oft nicht aus. Immer wieder kaufen die Freiwilligen auf eigene Kosten zu – obwohl die finanziellen Möglichkeiten ohnehin begrenzt sind.

So wird aus einem Futtersack weit mehr als eine Mahlzeit: Jede Futterspende nimmt den Helfer:innen einen Teil dieser täglichen Last ab und hilft dabei, dass vorhandene Mittel für Kastrationen und medizinische Hilfe eingesetzt werden können. Denn je weniger Geld in die tägliche Futterversorgung fließen muss, desto mehr Katzen kann MAVED kastrieren – und desto mehr zukünftiges Leid lässt sich verhindern. „Ohne zusätzliche Unterstützung müssten wir deutlich weniger Katzen kastrieren.“

Bitte spende Futter und hilf dabei, die rund 480 betreute Katzen zuverlässig zu versorgen,- damit MAVED seine begrenzten Mittel dort einsetzen kann, wo sie langfristig am meisten bewirken: Im Kampf gegen die unkontrollierte Vermehrung.

Millionen Straßenkatzen – und fast keine staatliche Hilfe
Straßenkatzen gehören in Ungarn zum alltäglichen Bild. Sie leben in Parks, rund um Wohnblöcke, auf Fabrikgeländen, an Müllplätzen und Recyclinganlagen – überall dort, wo sie etwas zu fressen finden, aber zugleich Verkehr, Maschinen, Krankheiten und Verletzungen ausgesetzt sind. In wirtschaftlich schwächeren Regionen wird ihr Leid als normal hingenommen. „Auf dem Land heißt es teilweise noch: Die Katze ist gestorben oder wurde überfahren? Dann holt man eben eine neue. Fünf wurden geboren, drei haben überlebt, zwei sind gestorben – wen kümmert es?“ Obwohl das Problem der exponentiellen Vermehrung bekannt ist, fehlt eine systematische staatliche Lösung. Öffentliche Gelder fließen eher in Tierheime als in die Prävention. Auch die kommunale Unterstützung für MAVED ist verschwindend gering. Die Arbeit wird deshalb vor allem von Ehrenamtlichen, Spenden und kooperierenden Tierärzt:innen getragen und bezahlt.

TNR statt Tierheim: Die Ursache bekämpfen
Für MAVED ist klar: Selbst ein riesiges Tierheim könnte die Millionen Straßenkatzen nicht auffangen. „Ein Tierheim mit tausend oder sogar dreitausend Plätzen für Katzen wäre hier in zwei oder drei Tagen voll. Deshalb setzen wir nicht auf einen großen Shelter, sondern auf Prävention.“ Beim TNR-Modell werden Straßenkatzen gefangen, kastriert und nach der Nachsorge wieder in ihre Kolonien zurückgebracht. Zahme Tiere können – sofern ein Pflegeplatz vorhanden ist – in die Vermittlung. Doch etwa 70 bis 75 Prozent der Straßenkatzen sind nicht zahm und würden unter längeren Unterbringungen stark leiden. MAVED stellt deshalb Fallen und Nachsorgekäfige bereit, organisiert Tierarzttermine und trägt die Kosten der Kastrationen. „Wir bringen den Menschen bei, selbst zu helfen: Wir leihen Fallen aus, organisieren die Operation und sie übernehmen Fang und Transport.“

Ein kleines Team packt das große Übel an der Wurzel
Gerade einmal 25 bis 30 feste Freiwillige arbeiten fest mit MAVED, rund 80 Prozent davon sind Frauen. Viele versorgen zusätzlich zu Beruf und Alltag Katzen in ihrem eigenen Zuhause oder an Futterstellen. Auch Stefano und seine Frau leben selbst mit 14 Katzen. Weitere Helfer:innen werden oft durch einen konkreten Notfall aktiv, wenn sie eine Kolonie melden. Sie können dann von MAVED Fallen und Nachsorgekäfige erhalten und werden angeleitet, wie man Fang und Transport selbst übernimmt. „Jeder kann für einen einzigen Fall zum Helfer werden. Genau dadurch können wir praktisch im ganzen Land arbeiten.“ Auf diese Weise betreut das Netzwerk rund 480 Katzen und ermöglicht jährlich bis zu 2.000 Kastrationen. Doch die Zahl der Hilfsanfragen übersteigt die Möglichkeiten bei weitem. „Es ist nie genug Geld da, weil immer mehr Menschen um Hilfe bitten. Deshalb machen wir nur so viel, wie wir auch wirklich bezahlen können.“

Wie ein kleines Kitten eine landesweite Initiative startete
Vor etwa 15 Jahren fanden Stefano und seine Frau beim Joggen ein zwei Wochen altes Kitten. Es hatte noch blaue Augen, konnte kaum atmen und saß völlig entkräftet auf einem Baum. Sie nahmen es mit nach Hause und päppelten es auf. Ab diesem Zeitpunkt veränderte sich ihr Blick auf die Welt um sie herum: „Wir wollten eigentlich einen Hund. Dann fanden wir dieses winzige Kitten – und danach konnten wir die vielen anderen Katzen nicht mehr übersehen.“ Aus der Rettung einer einzigen Katze wurden erste private Kastrationen auf eigene Kosten – und schließlich MAVED. Stefano arbeitet weiterhin als Grafikdesigner, seine Frau als Kosmetikerin. Trotzdem koordinieren sie gemeinsam mit ihrem kleinen Team ein landesweites Präventionsprogramm. „Irgendwann wurde uns klar, dass wir sie kastrieren müssen – sonst werden es immer mehr.“

Jede Futterspende hilft doppelt
MAVED kann keine Millionen Straßenkatzen aufnehmen, aber sie können dafür kämpfen, dass Not und Elend langfristig weniger werden: Durch Kastrationen, stabile Kolonien, medizinische Versorgung und Menschen, die lernen, selbst vor Ort zu helfen. Damit dieses System funktioniert, braucht es jedoch eine Grundlage, die jeden einzelnen Tag gesichert sein muss: Futter. In den privaten Haushalten müssen die Pflegekatzen versorgt werden, in den Kolonien die Straßenkatzen. Doch das vorhandene Futter reicht nicht aus. „Futter ist nie genug da. Was wir bekommen, verteilen wir – und trotzdem müssen die Freiwilligen oft selbst zukaufen“, erklärt Stefano. „Wenn wir beim Futter entlastet werden, können unsere begrenzten Mittel stärker in Kastrationen und medizinische Hilfe fließen.“

Futter fehlt jeden Tag
Eine Kastration kann verhindern, dass immer neue Kitten in ein Leben auf der Straße geboren werden. Doch die Katzen, die bereits da sind, müssen heute, morgen und übermorgen gefüttert werden. Die Futterkosten kommen jeden Tag aufs Neue – unabhängig davon, wie viele weitere Hilferufe MAVED erreichen.

Mit deiner Futterspende sicherst du deshalb nicht nur die Versorgung der rund 480 betreuten Katzen. Du stärkst ein Netzwerk, das versucht, das Katzenleid in Ungarn nicht nur aufzufangen, sondern Schritt für Schritt an seiner Ursache zu bekämpfen. Denn fehlen Futterspenden, hat MAVED weniger Spielraum für seine Präventionsarbeit.

Bitte spende Futter, damit die Katzen von MAVED satt werden – und das kleine Team weiter dafür kämpfen kann, dass es langfristig weniger Katzen gibt, die auf Ungarns Straßen um ihr Überleben kämpfen müssen.

Träger und Verantwortliche

Katzenhilfe Katzenherzen e.V.

Geisenheim