Fragiles Tierschutznetzwerk darf nicht reißen

Bulgarien

+++ Keine öffentliche Hilfe für über 100 notleidende Katzen +++ Ignoranz und Gleichgültigkeit kosten Katzenleben +++ Eskalation durch Kittenflut, Hitzewelle, Urlaubszeit +++ Klinik- und Arztrechnungen sprengen das Budget +++ Tierschützerinnen im Gewissenskonflikt +++ Eine Handvoll Tierschützerinnen stemmt alles allein +++

„Die Tiere sind dort einfach nichts wert. Unterstützung vom Staat gibt es nicht. Die Tierschützerinnen kämpfen jeden Tag allein gegen das Elend.“ – Tierschützerin Olivia.

Für über 100 Katzen in einem Umkreis von 50 Kilometer rund um Stara Zagora im Süden Bulgariens, hängt das Überleben von wenigen Frauen ab, die sich entschieden haben, nicht wegzusehen. Ein Tierheim gibt es nicht. Stattdessen leben die Tiere verteilt auf privaten Pflegestellen, in alten Häusern, angemieteten Räumen und Wohnungen. Pepa Dimova, Gründerin von Association of Rescued Paws Bulgaria, versorgt gemeinsam mit Nikolina, Toni, Tatjana, Elena und Snezhana rund 80 Pflegekatzen sowie weitere 30 Straßenkatzen an Futterstellen. Was sie verbindet, ist kein großer Verein oder öffentliche Unterstützung, sondern die Bereitschaft, ihre Freizeit, ihr Zuhause und oft auch ihr eigenes Geld für Katzen in Not einzusetzen.

Hilfe aus Deutschland erhält das bulgarische Team dabei vom deutschen Verein Katzenschutz Alvesse e.V. Doch trotz der Unterstützung spitzt sich die Lage aktuell zu: Die Kittenflut rollt, die Hitze schwächt Straßenkatzen zusätzlich und in der Urlaubszeit werden viele Katzen ausgesetzt oder zurückgelassen, die dann auf Hilfe angewiesen sind. Gleichzeitig fehlen Futter und Streu, mehrere FIP-Behandlungen laufen parallel und offene Klinikrechnungen belasten das Projekt zusätzlich. Ohne Unterstützung droht die private Rettungsstruktur zu zerbrechen, selbst am nötigsten mangelt es: „Futter ist schon knapp und wir haben auch dafür kein Geld.“

Bitte hilf mit einer Futterspende. Du trägst dazu bei, dass hungerleidende Katzen satt werden und die dringende medizinische Versorgung und Pflege nicht zusammenbricht.

Öffentliches Tierheim? Nur private Räume als Pflegestellen
Für Katzen in Not existieren keine offiziellen Hilfsstrukturen rund um Stara Zagora. Stattdessen leben die Tiere verteilt auf die privaten Haushalte der Helferinnen. Pepa hat fast ihr gesamtes Haus den Tieren überlassen und lebt mit ihrem Mann nur noch in einem einzigen Raum. Nikolina betreut zu Hause besonders pflegebedürftige Tiere, Toni zieht winzige Flaschenkitten auf, Elena finanziert einen eigenen Raum für sehr scheue Katzen, Snezhana versorgt in ihrer Wohnung schwer vermittelbare Tiere und Tatjana fährt Futterstellen ab und hilft bei Notfällen. Aber dieses mit Hingabe geschaffene Hilfsnetzwerk ist verletzlich: „Jede Pflegestelle kämpft individuell ums Überleben.“ Und jede Helferin stemmt Futter, Streu, Miete und Tierarztkosten fast komplett aus eigener Kraft.

Für Straßenkatzen fühlt sich fast niemand zuständig
Viele Straßenkatzen werden in Bulgarien einfach übersehen. Kranke, verletzte oder ausgesetzte Tiere gehören vielerorts zum Alltag und Kastrationen sind längst keine Selbstverständlichkeit. So werden immer neue Würfe geboren, viele Kitten ausgesetzt oder einfach ihrem Schicksal überlassen. Gemeinden helfen kaum, öffentliche Unterstützung fehlt nahezu vollständig und auch aus der Bevölkerung kommt nur selten Hilfe.  Die Einstellung von Menschen wie Tierschützerin Pepa sind eher die Ausnahme als die Regel: „Du kannst ja nicht so ein hilfloses, armes Würmchen einfach liegen lassen. Das machen wir nicht.“ Für sie und die anderen bedeutet das: Sie fangen im Alleingang alles auf, was mangelnder Verantwortung und fehlendem Mitgefühl in ihrem Umfeld zum Opfer fällt.

Im Sommer brechen die Dämme
In der heißen Jahreszeit trifft alles zusammen: Überall tauchen neue Kitten auf, die sofort Milch, Schutz und tierärztliche Hilfe brauchen. Hitzewellen treffen besonders die Straßenkatzen, die dann fast kein Wasser finden. Dazu ist die Urlaubszeit die Phase des Jahres, in der Tiere noch häufiger als sonst zurückgelassen oder ausgesetzt werden. Wie brutal sich diese Umstände verbinden, zeigt der Fall von Donna: Die junge Katze blieb nach dem Umzug ihrer Besitzer unkastriert zurück, wurde trächtig und saß eines Tages hilflos miauend auf einem Baum, bis Pepa sie sichern konnte. Kurz darauf brachte Donna ihre Babys in der Klinik zur Welt. Ihr Schicksal steht beispielhaft für das, was die Helferinnen auffangen müssen: Fehlende Kastration, Aussetzen, akute Gefahr – und immer neue Kosten, die sie kaum noch tragen können.

Offene Rechnungen, FIP und immer neue Notfälle
Während täglich neue Katzen Hilfe brauchen, wachsen gleichzeitig die finanziellen Sorgen. Mehrere Tiere werden aktuell wegen FIP behandelt – allein die Medikamente kosten pro Katze rund 600 Euro. Gleichzeitig kommen immer neue Notfälle hinzu: Katzen mit Entzündungen, Infekten, Lähmungen oder Unfallfolgen. „Wie viele Katzen finden wir mit herausgequollenen Augen, mit Schnupfen oder angefahren, liegen gelassen.“ Für die Tierschützerinnen ist dieses Leid trauriger Alltag geworden. Trotzdem müssen jeden Tag über 100 Katzen versorgt werden.

Alles gleichzeitig geht nicht!
Eigentlich besteht ihre Arbeit aus Rettung, Pflege, medizinischer Versorgung, Kastrationen, Vermittlungen und der täglichen Versorgung der Katzen. Doch wenn Futter knapp wird und Klinikrechnungen offen bleiben, gerät dieses System aus dem Gleichgewicht. Dann müssen Kastrationen verschoben, Impfungen zurückgestellt und Notfälle gegeneinander abgewogen werden. Für Pepa und die anderen Helferinnen ist das ein ständiger Gewissenskonflikt. „Wenn keine Hilfe kommt, steht Pepa immer wieder vor derselben Verzweiflung: Tiere aufnehmen, obwohl kein Platz und kein Geld da sind – oder wegschauen. Und wegschauen kann sie nicht“, erklärt Olivia.

Futterspenden schenken Hoffnung
Jede Futterspende hilft weit über volle Näpfe hinaus. Sie sichert die Versorgung der über 100 Katzen und schafft gleichzeitig den finanziellen Spielraum, den Pepa und ihre Helferinnen für Tierarztkosten, Medikamente, Kastrationen und Notfälle dringend brauchen. Denn alles, was nicht für Futter und Streu ausgegeben werden muss, kann dort eingesetzt werden, wo es Leben rettet.

Die Belastung wächst jedoch täglich: Neue Kitten, ausgesetzte Katzen, offene Klinikrechnungen und eine Umgebung, in der Straßentiere kaum Unterstützung erfahren. Trotzdem geben Pepa und ihre Mitstreiterinnen nicht auf. „Wir freuen uns über jede Unterstützung, wirklich jegliche Unterstützung.“ Bitte hilf den bulgarischen Katzen mit deiner Futterspende. Du stillst damit nicht nur ihren Hunger, sondern sorgst dafür, dass dieses einzigartige private Hilfsnetz weiter bestehen kann.

Träger und Verantwortliche

Katzenschutz Alvesse e.V.

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