Über 100 Hunde auf nur 60 Plätzen

Slowakei

+++ Enge im Shelter: Über 100 Hunde drängen sich auf 60 regulären Plätzen +++ Ausbau aktuell kaum möglich +++ Immer mehr ausgesetzte Hunde +++ Selbst Welpen landen auf der Straße +++ Futterspenden sind die Rettung und die Basis für so vieles +++

„Ich habe Angst davor, was in den nächsten Monaten passieren wird“, sagt Tierschützerin Bea, Gründerin von Happy Paws.

Das von Bea gegründete Shelter Happy Paws in der Slowakei kämpft aktuell mit hoher Überbelegung: Knapp über 100 Hunde leben auf einer Anlage, die eigentlich für 60 Tiere ausgelegt ist. Unter ihnen sind aktuell auch rund 30 Welpen, die besonders viel Fürsorge und spezielles Futter brauchen. Gleichzeitig werden immer mehr Hunde ausgesetzt,  allein die Zahl der aufgenommenen Straßenhunde ist laut Bea zuletzt um mindestens 50% gestiegen. Insgesamt kommen - durch Fundhunde, Abgaben und weitere Notfälle - je nach Monat - etwa 20 bis 40 neue Tiere hinzu. Mehr Hunde, als durch Vermittlungen wieder Plätze frei werden.

Bea sieht diese Entwicklung im Zusammenhang mit einer gesetzlichen Regelverschärfung. Illegale Zuchtbetriebe und Besitzer:innen von Tieren aus unerlaubter Zucht müssen in Zukunft Strafen fürchten. „Ich glaube, die Leute haben Angst und setzen die Hunde einfach auf die Straße. Das ist für sie die einfachste Lösung.“ Für Happy Paws bedeutet das heute und in naher Zukunft: Noch mehr Hunde, noch weniger Platz – und einen stetig wachsenden Futterbedarf. „Es wäre eine sehr große Hilfe für uns, Futter zu bekommen, weil wir jeden Monat sehr viele Kilogramm brauchen.“

Hilfst du Bea und ihren Schützlingen mit einer Futterspende?

Aufgaben und Verantwortung werden immer größer
Angefangen hat alles vor 17 Jahren mit nur einer Handvoll Tiere – heute kümmert sich Happy Paws um über 100 Hunde und deckt ein Verantwortungsgebiet ab, das rund 60 Städte und Dörfer umfasst. Regelmäßig werden hier Tiere ausgesetzt oder als Fundhunde gemeldet, häufig ohne Chip und nachvollziehbare Herkunft. Für einen gefundenen, nicht gechippten Hund gilt eine 45-tägige Frist, in der sich ein möglicher Besitzer melden kann. „Das Problem ist: Es gibt zu viele Hunde. Staatliche Quarantänestationen haben keine Kapazität. Und die Tierheime haben keine Kapazität, alle Hunde in schlechtem Zustand aufzunehmen.“

Auch die Zusammenarbeit mit den Behörden kostet mitunter wertvolle Zeit: „Manchmal machen wir die Dinge selbst, weil es einfacher ist, als auf das Veterinäramt zu warten.“ Im April und Mai gab es immerhin zwei staatlich finanzierte Kastrationsaktionen, bei denen rund 60 Tiere kastriert und gechippt wurden. 20 dieser Hunde musste Happy Paws anschließend aufnehmen. Solche Maßnahmen sind extrem wichtig, um langfristig etwas zu verändern - lösen aber die akute Platznot nicht.

Wenn aus einem süßen Welpen ein (über)fordernder Hund wird
Viele Menschen schaffen sich spontan einen Welpen an, weil er so niedlich ist. Werden die Tiere aber größer und brauchen Bewegung, Erziehung und Beschäftigung, stellen viele Menschen fest, dass sie die erforderliche Zeit und Mühe nicht aufbringen können – oder nicht wollen. „Wir hatten einen süßen Welpen mit blauen Augen – und jetzt macht dieser Welpe das Haus kaputt, läuft weg oder jagt die Hühner“ – so oder ähnlich lauten dann laut Bea die Begründungen, mit denen Hunde später wieder abgegeben werden.. Gerade aktive Rassen werden schnell zur Belastung, wenn ihre Bedürfnisse zuvor unterschätzt wurden.

Aber selbst Welpen sind nicht davor geschützt, einfach ausgesetzt zu werden. „Jemand hat sechs wenige Tage alte, blinde Welpen an der Bushaltestelle zurückgelassen – allein, ohne Mutter.“, erzählt uns Bea. Ihre Mutter übernahm glücklicherweise die Versorgung der Hundebabys, alle überlebten. Heute sind sie sechs Wochen alt – aber zugleich sechs weitere Leben, die im überfüllten Shelter Platz, Futter und Betreuung brauchen.

Wenige Menschen stemmen immer mehr Arbeit
Die Überbelegung erschwert jede einzelne Aufgabe im Alltag: Füttern, Reinigen, medizinische Versorgung, Impfungen, Kastrationen, Tierarztfahrten, Rettungseinsätze und Vermittlungen müssen trotz weniger Platz und mehr Hunden weitergehen. Gleichzeitig fehlt Personal, so dass Bea viele Aufgaben parallel übernehmen muss und sich neben der Arbeit im Shelter auch um gemeldete Fundhunde kümmert: „Vor allem fahre ich los, um Hunde von der Straße abzuholen, wenn jemand anruft und ein Hund Hilfe braucht.“

Shelter muss dringend vergrößert und renoviert werden
Neben dem hohen Druck auf die Tierschützer:innen unterliegt auch die Einrichtung einem verstärkten Verschleiß – die vorhandenen Anlagen sind längst an ihrer Grenze. Einige Hundehäuser sind beschädigt und müssen dringend instand gesetzt werden. Doch wegen der Überbelegung lassen sich Renovierungen kaum durchführen – es fehlen Ausweichflächen für die Tiere. Demnächst sollen erste neue Zwinger und Ausläufe kurzfristig Platz schaffen, um die alten Bereiche Schritt für Schritt sanieren zu können. Genehmigungen, Finanzierung und die bevorstehende kalte Jahreszeit bremsen diese Arbeiten jedoch aus - während die vorhandenen Bereiche jeden Tag weiter beansprucht werden.

Erst wenn die Grundversorgung gedeckt ist, beginnt der eigentliche Tierschutz
Bei über 100 Hunden ist Futter kein kleiner Posten, sondern die Voraussetzungen dafür, dass der tägliche Betrieb des Shelters funktioniert und Ausbau und Renovierung überhaupt erst möglich werden. Rund 900 Kilogramm werden jeden Monat benötigt, davon etwa 70 Prozent Trocken- und 30 Prozent Nassfutter. Bsonders dringend braucht Happy Paws derzeit Welpenfutter für die 30 jüngsten Bewohner sowie gut verträgliche Sorten für sensible und allergische Hunde. „Wir haben im Moment nicht genug Welpenfutter. Das müssen wir selbst zukaufen.“

Jede Futterspende nimmt dem privaten Shelter einen Teil seiner laufenden Kosten ab. Das Geld, das dadurch nicht für die Näpfe aufgebracht werden muss, kann für Tierarztkosten, Medikamente, Reparaturen und den Ausbau eingesetzt werden.

Bitte hilf Happy Paws jetzt mit einer Futterspende, damit Beas Schützlinge weiterhin zuverlässig versorgt werden können und das Shelter die dringenden Ausgaben für Medizin, Ärzte, Renovierungen und die Erweiterungen stemmen kann.

Träger und Verantwortliche

Seelentiere® e.V.

Hof