Futter oder Medizin – Eugenias unmögliche Wahl

Griechenland

Dieser Hilferuf ist bereits abgeschlossen

Dennoch ist der Verein weiterhin regelmäßig auf Futterspenden angewiesen, um seine Schützlinge zuverlässig versorgen zu können.

Die Tierschützer:innen freuen sich daher sehr über deine Unterstützung.

+++ Rund 100 hungrige Hunde in den Projekten von Eugenia, Penelope und Voula +++ weit über 200 Straßentiere müssen zusätzlich versorgt werden +++ Kaum staatliche Unterstützung: Drei Frauen tragen die Verantwortung in und um Thessaloniki fast im Alleingang +++ Sinkende Spendeneinnahmen und extremes Wetter bringen das Netzwerk an seine Grenzen +++ 

„Was mache ich jetzt? Kaufe ich Futter oder brauche ich Medikation?" – so beschreibt Ingo von Zenias Tiere e.V. die Entscheidung, vor der Eugenia in Griechenland immer wieder steht.

Eigentlich dürfte sich diese Frage niemals stellen. Doch rund um Thessaloniki gehört sie längst zur Realität von drei Frauen, die einen großen Teil der Tierschutzarbeit tragen: Eugenia und Voula betreiben eigene Shelter, Penelope kümmert sich neben ihrem Beruf um Straßentiere. Zusammen versorgen sie rund 100 Hunde in ihren Projekten. Hinzu kommen über 200 weitere Straßentiere, die über ein Netzwerk privater Tierschützer:innen mit Futter und Wasser versorgt werden.

Doch während jeden Tag Näpfe gefüllt, verletzte Tiere behandelt und neue Notfälle aufgefangen werden müssen, werden die finanziellen Möglichkeiten immer kleiner. Die laufende Versorgung wird nicht von der öffentlichen Hand finanziert, die Spendenbereitschaft sinkt und immer weniger Hunde finden ein neues Zuhause. Gleichzeitig wartet auf der Straße schon das nächste Tier, das niemand sonst versorgt.

So wird selbst das Selbstverständlichste zur schwierigen Entscheidung: Welcher Napf muss gefüllt, welches Medikament gekauft, welche Kastration bezahlt werden? Alles greift auf dieselben begrenzten Mittel zurück. Eine Futterlieferung kann diesen Kreislauf für eine Weile durchbrechen: Sie sichert die tägliche Versorgung und lässt mehr Spielraum für all die Notfälle, die sich nicht planen lassen.

Mit einer Futterlieferung wollen wir Zenias Tiere e.V. unter die Arme greifen – damit es für Eugenia, Penelope, Voula und ihre Schützlinge ein Stück leichter wird. Bist du dabei?

Ausgesetzt, wenn der Nutzen endet
In den Dörfern rund um Thessaloniki ist das Leid oft weniger sichtbar als in der Stadt selbst – aber nicht kleiner. Besonders häufig trifft es Herdenschutz- und Jagdhunde: Werden sie alt, krank oder erfüllen ihre Aufgabe nicht mehr, endet ihr bisheriges Leben oft von einem Moment auf den anderen. „Der einfachste Weg ist: Tür auf und Wiedersehen", bringt Ingo es auf den Punkt. Plötzlich sind die Hunde auf sich allein gestellt - ohne sicheren Platz, ohne verlässliches Futter und oft unkastriert. Während jüngere Menschen zunehmend ein Bewusstsein für den Tierschutz entwickeln, beurteilen viele einen Hund immer noch ausschließlich nach seinem Nutzen. Mit dem Ende der Tourismussaison kommt zudem eine besonders gefährliche Zeit: Tiere werden unerwünscht und Vergiftungsfälle häufen sich. Für Eugenia, Penelope und Voula bedeutet jeder dieser Hunde vor allem eines: Ein weiteres Leben in Gefahr, an dem sie nicht einfach vorbeifahren können.

Eugenia: 30 Jahre Tierschutz, kein fließendes warmes Wasser
Eugenia ist 65 Jahre alt und seit über drei Jahrzehnten im Tierschutz aktiv. Sie betreibt ihren eigenen Shelter und fährt zusätzlich 20 bis 25 weit auseinanderliegende Futterstellen ab. Seit Jahren richtet sich ihr Alltag danach, wo gerade ein Tier auf sie wartet. Die Bedingungen sind hart: Auf ihrem Gelände gibt es kein warmes fließendes Wasser, keinen richtigen Abfluss und keine reguläre Toilette. Bis eine Waschmaschine angeschafft werden konnte, wusch Eugenia sogar die schmutzigen Hundedecken von Hand in einer Schüssel mit kaltem Wasser. Trotz starker Rückenprobleme und mehrerer Überfälle während ihrer nächtlichen Futtertouren macht sie weiter. Denn egal, wie erschöpft sie ist - am nächsten Tag warten die Tiere wieder auf sie. „Sie kämpft sich jeden Tag wieder hoch und sagt: Ich muss durchhalten, meine Tiere, meine Tiere“, erzählt Ingo.

Voula und Penelope: Zwei weitere Säulen am Limit
Etwa eine Autostunde entfernt, in den Bergen hinter Thessaloniki, betreibt die rund 60-jährige Voula einen weiteren Shelter mit 50 bis 60 Tieren. Im Sommer muss sie selbst das Wasser mühsam heranschaffen. Trotzdem kommen immer wieder weitere Hunde hinzu - etwa wenn die Stadt beschlagnahmte Tiere unterbringen muss. Ausgerechnet dort, wo die Kapazitäten ohnehin kaum reichen, landet damit noch mehr Verantwortung bei der Tierschützerin.

Penelope, mit 46 Jahren die Jüngste der drei, verbindet seit 15 Jahren Beruf und Tierschutz: Sie versorgt Straßenhunde und -katzen sowie Hunde an einer nahegelegenen Flüchtlingsunterkunft - in besonders intensiven Phasen bleiben ihr nur zwei bis drei Stunden Schlaf pro Nacht „Wir sind alle müde vom Tierschutz“, sagt Ingo. Ein Satz, der beschreibt, wie nah die drei Frauen inzwischen an ihren Grenzen arbeiten – und warum jede Form der Entlastung für sie so viel bedeutet.

Wenn die Hitze weicht, kommt das Wasser zurück
Wenn jetzt ein harter Sommer mit Temperaturen von bis zu 45 Grad endet, wartet bereits die nächste Herausforderung. Besonders Eugenia hat große Sorgen vor Starkregen und Überschwemmungen. Ihr Shelter liegt neben einem Kanal, der bei Starkregen schnell über die Ufer tritt – dieses Jahr wurde das Gelände bereits dreimal überflutet. Bei der schwersten Überschwemmung stand das Wasser so hoch, dass die Hunde für ein bis zwei Wochen in Pensionen und privaten Unterkünften untergebracht werden mussten, während der Shelter trockengelegt wurde. Nun steht der Winter bevor. Transportboxen müssen bereitstehen, Hundehütten kontrolliert und repariert, Decken vorbereitet und Futtervorräte vor Wasser geschützt werden. Für Eugenia gibt es kaum einen Moment, in dem ihre Sorgen wirklich enden. Während sie die Folgen der letzten Krise beseitigt, muss sie sich bereits auf die nächste vorbereiten.

Lazarus, Cora und Isara: Wenn die Rettung erst der Anfang ist
Manche Schicksale zeigen besonders deutlich, was auf dem Spiel steht, wenn die drei Frauen nicht mehr können. Straßenhund Lazarus beispielsweise lebte schwer krank an einer Flüchtlingsunterkunft - mitten unter Menschen und trotzdem viel zu lange ohne die Hilfe, die er dringend gebraucht hätte. Leishmaniose hatte seinen Körper massiv geschwächt, seine Augen waren durch Krankheit und Maden so schwer geschädigt, dass er sein Augenlicht verlor. Hinzu kommt Arthrose im Endstadium.Heute lebt er bei einer Tierschützerin, bekommt Schmerzmedikamente und ein sicheres Zuhause.

Auch die Hundedamen Cora und Isara stehen dafür, dass nach einer Rettung die eigentliche Arbeit oft erst beginnt: Beide leben bereits seit rund drei Jahren in Eugenias Shelter. Isara konnte nach schwerer Krankheit wieder laufen lernen – für ihre Vermittlung reicht das wegen ihres Alters und ihrer Rasse trotzdem nicht. Und solange sie bleiben, brauchen sie jeden einzelnen Tag einen gefüllten Napf, Pflege und – wie Lazarus – immer wieder medizinische Hilfe.

Was deine Futterspende bewirkt
Rund 3.000 bis 4.000 Euro Fixkosten müssen jeden Monat getragen werden. Größere Kastrationsaktionen, Operationen und medizinische Notfälle kommen noch dazu. Und während manches verschoben werden kann, gilt das für eine Sache niemals: Die Tiere müssen jeden Tag satt werden.

Ist die Versorgung für eine Zeit gesichert, muss ein Teil des begrenzten Budgets nicht mehr für die nächste Futterbestellung zurückgehalten werden. Dieses Geld kann dort eingesetzt werden, wo Eugenia, Penelope und Voula sonst immer wieder abwägen müssen: Für Medikamente, Tierarztbehandlungen, Kastrationen oder notwendige Reparaturen. Aus der Frage „Futter oder Medizin?“ kann so endlich wieder ein „beides“ werden.

Bitte hilf mit deiner Futterspende dabei, Eugenia, Penelope und Voula die tägliche Last ein Stück weit abzunehmen – damit ihre begrenzten Mittel nicht darüber entscheiden müssen, ob ein Hund satt wird oder die medizinische Hilfe bekommt, die er dringend braucht.

Träger und Verantwortliche

Zenias Tiere e.V.

Erfurt