Ausgelastet, unterversorgt, alternativlos

Spanien

+++ 3 Tierheime in Südspanien in Not +++ Mirada Córdoba: Nach Umzug sind finanzielle Reserven aufgebraucht +++ Jódar: Schwer vermittelbare Hunde bleiben lange – kaum Platz für neue Notfälle +++La Solana: Immer mehr aussortierte Jagdhunde brauchen Hilfe +++Futterspenden verschaffen Vereinen Luft und retten Hundeleben +++

„Wenn ich den Hunden nicht helfe, hilft ihnen keiner.“ – Elena, Tierschützerin in Spanien.

In drei andalusischen Tierheimen leben aktuell 113 Hunde: 63 in La Solana, 38 bei der Asociación Ecologista Mágina Animal in Jódar und 12 bei Mirada Córdoba. Nur wenige Menschen tragen diese privat aufgebauten Initiativen neben Beruf und Familie und werden dabei vom deutschen Verein Tierfreunde tierischgeholfen e.V. unterstützt – doch das reicht oft nicht aus. Die Freiwilligen sichern ausgesetzte oder aussortierte Hunde, versorgen verletzte Tiere und übernehmen Notfälle, wenn andere Strukturen nicht ausreichen. Jeder gerettete Hund bedeutet für sie jedoch nicht nur einen Platz mehr, sondern eine Verantwortung, die Monate oder sogar Jahre dauern kann.

Und genau diese Verantwortung wird immer schwerer zu tragen. In Córdoba hat ein aufwendiger Umzug die Rücklagen aufgezehrt. In Jódar bleiben große, schwer vermittelbare Hunde lange und binden Plätze. In La Solana reißt der Strom abgegebener Jagdhunde nicht ab. So entscheidet immer häufiger nicht der Wille zu helfen, sondern die Frage, ob Futter, Tierarzt und Folgekosten eines weiteren Hundes überhaupt noch getragen werden können. „Die Tierschützer:innen alleine könnte das nicht“, sagt Maike vom deutschen Verein.

Bitte spende Futter, um die Situation der drei Shelter zu entspannen, Hunde satt zu bekommen und weiterhin Notfälle aufnehmen zu können.

Mirada Córdoba: Ein neuer Ort, aber kaum noch finanzielle Luft
Mirada Córdoba ist mit seinen 12 Hunden das kleinste der drei Projekte. Zwei berufstätige Frauen teilen sich die Versorgung, indem sie sich morgens und abends abwechseln. Gerade erst haben sie einen arbeits- und kostenintensiven Umzug hinter sich, was die finanziellen Reserven weitgehend aufgebraucht hat. Am neuen Standort wäre sogar noch etwas Platz vorhanden, aber das allein genügt nicht, wenn Futter, Tierarzt- und alle Folgekosten eines weiteren Hundes nicht sicher getragen werden können. „Das war sehr arbeits- und kostenintensiv und deswegen trauen sie sich im Moment nicht, mehr Hunde aufzunehmen“, erklärt Maike. Damit wird ausgerechnet der Neuanfang zur finanziellen Gratwanderung. Denn draußen warten weiterhin Hunde, die Hilfe brauchen. Eine Futterspende kann hier unmittelbar Druck herausnehmen: Muss die tägliche Ernährung der vorhandenen Tiere nicht vollständig aus dem knappen Budget bezahlt werden, wächst auch die Chance, beim nächsten Notfall wieder helfen zu können.

Jódar: Große Hunde bleiben lange – und blockieren Plätze
Auch in Jódar ist die Kapazität begrenzt. Im Moment leben dort 38 Hunde, versorgt von Consuelo, ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter. Weitere ehrenamtliche Unterstützung gibt es kaum. Besonders viele große Hunde bleiben lange im Shelter. „Sie können auch einfach so schnell nicht vermittelt werden. Das dauert sehr lange und ist sehr schwer.“ Dadurch werden Plätze nur langsam frei – während jeder Langzeitinsasse Tag für Tag Futter, Pflege und bei Bedarf medizinische Versorgung benötigt. Zudem bestehen auch bauliche Herausforderungen, denn an Teilen der Anlage fehlen noch Überdachungen. Aber wer denkt, dass Consuelos Engagement mit diesen Herausforderung rund um das Shelter schon beendet wäre, der irrt – denn diese Frau denkt auch langfristig: Um das Bewusstsein für notleidende Hunde in der Zukunft positiv zu beeinflussen, besucht sie mit geeigneten Tieren Schulklassen, um den Kindern ein Verständnis für die Bedeutung ihrer Arbeit zu vermitteln. Doch all ihr Engagement kann fehlende Mittel nicht ersetzen. Erst wenn das Futter finanziert ist, bleibt Geld für andere notwendige Ausgaben – etwa medizinische Versorgung oder die Verbesserung der Unterbringung.

La Solana: Die Welle der aussortierten Jagdhunde
Unter extrem hohem Druck steht auch die Einrichtung in La Solana. Das Tierheim ist offiziell nur für 16 Hunde zugelassen - versorgt werden inzwischen 63, verteilt auf zwei rund 50 Kilometer voneinander entfernte Standorte. Die eine Hälfte der Tiere lebt im eigentlichen Tierheim überwiegend in kleinen Einzelzwingern, die andere Hälfte am zweiten Standort mit mehr Bewegungsraum. Hinter dieser massiven Überbelegung steht vor allem ein Problem: Gegen Ende der Jagdsaison wird die Einrichtung jedes Mal mit aussortierten Jagdhunden der Rassen Galgo und Podenco geflutet. Aber auch über das übrige Jahr hinweg werden diese Tiere kontinuierlich abgegeben – weil sie zu alt sind, nicht mehr jagdtauglich oder weil sie schlicht nicht mehr gebraucht werden – Hunde sind hier reine Werkzeuge. So stellte ein Jäger Tierschützerin Elena vor eine brutale Wahl: „Entweder du nimmst ihn oder er kriegt halt eine Spritze.“ Ein anderer kündigte zwei Hunde an und brachte schließlich vier vorbei. Für Elena bedeutet jede Aufnahme eine längerfristige Verantwortung, die den Bedarf an Futter, Unterbringung, Pflege und tierärztlicher Versorgung steigert – alles drängt sich auf engem Raum und alles zerrt an einem zu kleinen Budget.

Wenige Frauen tragen eine riesige Verantwortung
Hinter den drei Projekten stehen Menschen, die den Tierschutz zusätzlich zu ihrem normalen Leben leisten. „Das sind alles Frauen, die stehen wirklich im Leben, die sind gebildet, die haben ihre Jobs, die haben auch ihre Familie.“ Elena arbeitet, hat drei kleine Kinder und kämpft trotzdem noch für die Tiere von La Solana. Unter der Woche übernimmt eine bezahlte Kraft die tägliche Versorgung und Fahrten, am Wochenende arbeitet sie gemeinsam mit ihrem Mann. Für den zweiten Standort hilft ein berufstätiges Ehepaar ehrenamtlich. Gleichzeitig musste Elena um den Fortbestand des kommunalen Fundtiervertrags kämpfen. Sie erreichte zwar einen neuen Vertrag, doch die dafür vorgesehenen öffentlichen Gelder wurden deutlich gekürzt und fließen weiterhin unzuverlässig.  Die Verantwortung für die Hunde lässt sich jedoch nicht vertagen, bis eine Zahlung eingeht. Sie brauchen jeden Tag Futter, Pflege und bei Krankheit medizinische Hilfe. So müssen die Tierschützer immer wieder auffangen, was öffentliche Strukturen nicht ausreichend tragen. „Auf der anderen Seite eben die Tierschützer, die im Prinzip alles geben, was sie geben können.“

Bitte hilf auch du den andalusischen Hunden
Für die drei Projekte bedeuten Futterspenden deshalb vor allem eines: Mehr Sicherheit. Hunde können zuverlässig satt werden, ohne dass man dafür Geld von Operationen, Bluttests, Kastrationen oder Reparaturen verwenden muss.  Und obwohl die Ausgangslage an jedem Standort eine andere ist, kann diese Entlastung überall etwas Entscheidendes bewirken.

In Mirada Córdoba können sie spontane Notfallhilfe leisten, ohne jedes Mal auf den letzten Cent zu schielen. In Jódar entsteht Luft für die medizinische Versorgung und die notwendige Verbesserung der Infrastruktur. Und La Solana gewinnt Spielraum für die Jagdhunde und verletzten Tiere.

Doch das Wichtigste an allen Standorten bleibt: „Dass sie einfach, wenn die Not da ist, ohne die Sorge im Gepäck einfach die Hilfe leisten können und einfach nicht Nein sagen müssen.“

Bitte hilf den drei Tierheimen mit einer Futterspende. Deine Unterstützung füllt nicht nur 113 Näpfe, sondern nimmt den Projekten einen wichtigen Teil ihrer laufenden Kosten ab.

Träger und Verantwortliche

tierischgeholfen

Wadgassen