Andere schauen weg – ANAA kämpft weiter

Spanien

Dieser Hilferuf ist bereits abgeschlossen

Dennoch ist der Verein weiterhin regelmäßig auf Futterspenden angewiesen, um seine Schützlinge zuverlässig versorgen zu können.

Die Tierschützer:innen freuen sich daher sehr über deine Unterstützung.

+++ Tausende Hunde werden in der Region Madrid jedes Jahr ausgesetzt – mehr als je zuvor +++ Kommunale Unterstützung viel zu gering +++ Mit dem Sommer kommen die schwersten Wochen des Jahres +++ Tierschutzverein ANAA bittet um Hilfe +++

„Mehr als einmal habe ich darüber nachgedacht aufzuhören. Dieses Leben im Tierschutz ist unglaublich belastend. Aber wenn man sieht, wie sich die Tiere entwickeln und wieder Vertrauen fassen, kann man einfach nicht wegsehen.“

Jeden Morgen beginnt Isaac, Vizepräsident vom Verein ANAA, mit denselben Sorgen. Reicht das Futter noch bis nächste Woche? Was passiert, wenn morgen wieder ein Hund an einer Straße gefunden wird? Und wie lange kann das Team diese Verantwortung noch tragen? Antworten, die immer schwerer fallen. Denn während in Madrid die Temperaturen bereits auf über 30 Grad klettern und der Sommer beginnt, weiß das Team genau, was diese Zeit bedeutet: Mehr ausgesetzte Hunde, mehr Notfälle und mehr Tiere, die plötzlich vor dem Tor des Refugios stehen und dringend Hilfe brauchen. Hilfe, die der Verein niemals verweigern möchte - obwohl es immer schwieriger wird, die Versorgung der Tiere langfristig zu sichern.

Diese Verantwortung ist gewaltig. Im Refugio von ANAA leben rund 200 Hunde, weitere 60 Hunde werden von Pflegefamilien betreut. Der Verein ist längst keine kleine Initiative mehr – und genau das ist das Problem. Doch während die Zahl der Tiere wächst und die Herausforderungen immer größer werden, bleibt die Unterstützung erschreckend gering. Öffentliche Zuschüsse liegen häufig zwischen 300 und 500 Euro – Summen, die kaum ausreichen, um die tatsächlichen Kosten für hunderte Tiere auch nur ansatzweise aufzufangen. Was fehlt, wird durch Spenden, Ehrenamt und unermüdlichen Einsatz ausgeglichen. Doch selbst der größte Einsatz stößt irgendwann an Grenzen. „Ohne private Organisationen, freiwillige Helfer:innen und externe Spenden würde ANAA schlicht nicht existieren. Es gäbe keine Möglichkeit, diese Arbeit fortzuführen.“

Eine gesicherte Futterversorgung bedeutet für ANAA weit mehr als nur volle Näpfe. Sie schenkt dem Team etwas, das im Tierschutz oft fehlt: Zeit für die Tiere, die dringend Hilfe brauchen.

Was passiert, wenn alle anderen aufgeben
Tag für Tag erhält der Verein Nachrichten über Tiere in Not: Menschen melden einen Hund, der an der Schnellstraße liegt, ausgesetzte Welpen in einem Park oder ein verängstigtes Tier, das seit Tagen alleine durch die Straßen irrt. Gleichzeitig verschwinden immer mehr kleinere Tierschutzvereine aus Madrid. Ihnen fehlen die finanziellen Mittel, die Helfer:innen oder schlicht die Kraft, weiterzumachen. Doch die Tiere verschwinden nicht mit ihnen - sie bleiben zurück und landen oft bei ANAA. Auch dann, wenn die eigenen Kapazitäten längst ausgelastet sind. Doch jede zusätzliche Aufnahme bedeutet mehr Verantwortung. Die Bereitschaft zu helfen ist grenzenlos, die verfügbaren Ressourcen jedoch leider nicht. „Tausende Tiere werden jedes Jahr ausgesetzt. Es sollte nicht ein einziges sein. Wir müssen etwas tun, um diese Situation zu verändern“, sagt Isaac.

Was in Madrid gerade passiert – und warum es sich verschärft
Jedes Jahr werden in der Region Madrid tausende Hunde ausgesetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber oft erschreckend banal. Die meisten Tiere werden nicht plötzlich ausgesetzt – sie werden nach und nach aufgegeben. Weil ihre Menschen mit ihnen überfordert sind, weil aus einem niedlichen Welpen ein Hund mit Bedürfnissen wird, weil ein Umzug, finanzielle Sorgen oder die Urlaubsplanung plötzlich wichtiger erscheinen als die Verantwortung für ein Lebewesen. Besonders tragisch ist das Schicksal vieler Jagdhunde, die nach der Saison aussortiert werden, sobald sie nicht mehr die gewünschte Leistung bringen. Für die Hunde endet all das aber oft gleich: Allein, schutzlos und ohne jede Chance auf Hilfe. Gleichzeitig geraten immer mehr Tierschutzorganisationen an ihre Belastungsgrenze oder müssen ihre Arbeit vollständig einstellen. Die Verantwortung verteilt sich auf immer weniger Schultern. Für ANAA bedeutet das, regelmäßig einzuspringen, wo andere nicht mehr helfen können.Erst vor Kurzem beteiligte sich das Team an der Rettung von Hunden aus einer illegalen Hundezucht.

Und während die Zahl der Notfälle steigt, nähert sich die schwierigste Zeit des Jahres. Die Hitze der Sommermonate verschärft das Leid der Tiere zusätzlich und macht Rettungen noch dringlicher. ”Der Gedanke an den kommenden Sommer macht uns große Sorgen. Wir wissen aus Erfahrung, dass dann die Zahl der ausgesetzten Hunde wieder deutlich steigen wird."

Hinter jedem Hund steckt ein Mensch, der alles gibt
Wenn Menschen an ein Tierheim denken, sehen sie oft die Tiere, was sie nicht sehen, sind die Menschen dahinter. Menschen wie Tierschützer Isaac und die vielen Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit, ihre Wochenenden und oft ihre letzten Energiereserven investieren, um den Tieren zu helfen. Für sie endet der Tierschutz nicht nach Feierabend - für sie läuft alles parallel zum Rest des Lebens. Anrufe mitten in der Nacht, Rettungsfahrten am Wochenende, das Begleiten von Hunden auf ihrem oft so langen Weg zurück ins Leben und dann wieder ein Fall, der alles infrage stellt. Hinzu kommen die Pflegefamilien, die Hunde bei sich aufnehmen, aber selbst oft wenig Spielraum haben. Viele von ihnen – Rentner:innen, Familien mit kleinem Einkommen – wenden sich an ANAA, wenn das Futter knapp wird. „Jede Futterspende hilft nicht nur den Hunden. Sie hilft auch den Menschen, die jeden Tag für sie kämpfen.”

Amazon steht stellvertretend für tausende Hunde
Wenn man verstehen möchte, warum die Arbeit von ANAA so wichtig ist, muss man nur Amazon kennenlernen. Als das Team ihn fand, hatte er vermutlich mehr als ein Jahr auf der Straße überlebt. Niemand weiß, wie oft er Hunger hatte, wie lange er krank war oder wie viele Menschen an ihm vorbeigegangen sind, ohne anzuhalten. Sein Körper war von Leishmaniose, Parasitenbefall und offenen Wunden gezeichnet. Doch was die Helfer:innen am meisten erschütterte, war sein Blick. Amazon wirkte, als hätte er längst aufgehört, auf Hilfe zu hoffen. Er zeigte keine Freude, keine Neugier und kaum eine Reaktion auf menschliche Nähe. Als wäre ihm jede Hoffnung genommen worden. Einen Monat verbrachte er in Quarantäne, während seine Krankheiten behandelt wurden. Die körperlichen Wunden begannen zu heilen, die seelischen Narben brauchen bis heute deutlich länger. Noch immer arbeitet das Team jeden Tag daran, ihm Sicherheit zurückzugeben und ihm zu zeigen, dass nicht alle Menschen ihn im Stich lassen. „Wir haben schon viele schlimme Fälle erlebt, aber Amazon gehört zu den Hunden, die uns besonders nahe gehen.“ Amazon ist kein Einzelfall. Er ist das Gesicht einer Krise, die jedes Jahr tausende Tiere trifft.

Was deine Futterspende konkret verändert
Hunde wie Amazon zeigen, was auf dem Spiel steht. Denn hinter jeder Rettung, jeder Behandlung und jeder zweiten Chance steht eine Voraussetzung: Die Tiere müssen versorgt werden können. Genau deshalb verändert eine Futterspende weit mehr als nur den Inhalt eines Napfes, sie schenkt ANAA die Sicherheit, die im Alltag des Vereins oft fehlt. Sie sorgt dafür, dass Pflegefamilien entlastet werden, dass finanzielle Mittel für Operationen, Medikamente und Tierarztkosten verfügbar bleiben und dass Ehrenamtliche ihre Zeit dort einsetzen können, wo sie am dringendsten gebraucht wird – bei den Tieren. „Wenn uns jemand dabei hilft, auch nur 100 Hunde sicher zu versorgen, dann ist das bereits eine riesige Unterstützung für uns.”

Rund 260 hungernde Hunde, ein Sommer, der gerade erst beginnt und ein Team, das nicht aufhört für die Tiere zu kämpfen. Kannst du ihnen mit deiner Futterspende helfen?

Träger und Verantwortliche

ANAA

Fuente el Saz de Jarama