250 Katzen zwischen Gewalt und Abriss

Deutschland

+++ Keine kommunale Hilfe für Duisburgs Straßenkatzen +++ Rund 250 Katzen, nur drei ehrenamtliche Fänger:innen und über 20 Pflegestellen +++ Kranke Katzenkolonie auf Werksgelände muss vor Abriss 2027 umziehen +++

„Futter, Streu, Futter, Streu – das ist im Moment wirklich das Allernötigste", sagt Jin, Vorstandsvorsitzende der Katzenhilfe Duisburg.

Seit mehr als acht Jahren kämpft ihr kleiner Verein in Duisburg-Nord gegen ein Problem, das viele mitten in einer deutschen Großstadt so nicht erwarten würden: Hunderte verwilderte und herrenlose Katzen leben nahezu unsichtbar in Hinterhöfen, Wohnvierteln, an sozialen Brennpunkten und auf gefährlichen Industriegeländen. Jin und ihr Team aus nur drei Fänger:innen betreuen über die Stadt verteilt zahlreiche Futterstellen mit kleineren und größeren Katzengruppen. Kranke Streuner, Kitten, Mutterkatzen und ausgesetzte Hauskatzen finden zusätzlich vorübergehend in mehr als 20 privaten Pflegestellen Schutz. Rund 250 Tiere werden so regelmäßig mit Futter und medizinischer Hilfe versorgt. Eine Aufgabe, die niemals endet - denn während an einer Stelle geholfen wird, tauchen andernorts schon die nächsten Tiere auf.

Gerade jetzt bringt eine große Kolonie auf einem gefährlichen Werksgelände das kleine Team zusätzlich an seine Grenzen. Gleichzeitig wird ausgerechnet das knapp, was jeden Tag gebraucht wird: Futter. Mit deiner Futterspende sicherst du die tägliche Versorgung der Tiere und entlastest den Verein, damit er sich auf Kastrationen und medizinische Notfälle konzentrieren kann.

Hilf Jin und ihrem Team jetzt mit deiner Futterspende, damit Duisburgs Straßenkatzen nicht hungern müssen.

Ein Problem, das viele übersehen
Viele der Katzen leben mitten zwischen Menschen - und bleiben trotzdem unbemerkt „Viele Leute denken immer noch: Das ist bestimmt ein Freigänger. Wir sagen immer: Bitte zweimal hinschauen”, so Jin. Doch aus zwei oder drei unkastrierten Katzen können innerhalb eines Jahres 20 bis 25 Tiere werden – häufig durch Inzucht und Krankheiten belastet. Während manche Menschen zuverlässig füttern, begegnen andere den Tieren mit offenem Hass. Katzen wurden nach Jins Schilderung gesteinigt, mit Stöcken verfolgt oder mit heißem Wasser überschüttet. Futterstellen wurden zerstört oder angezündet. Auch das Team selbst wird bei nächtlichen Fangaktionen bedroht: „Uns wurde gesagt, wenn wir weiter Katzen fangen, würden wir geschlagen. Doch die Polizei tut bei bloßen Drohungen nichts, erst wenn es wirklich zur Tat kommt." Deshalb werden Futterstellen oft erst um vier oder fünf Uhr morgens versorgt

Eine Verordnung auf dem Papier
Seit 2019 gibt es in Duisburg eine Katzenschutzverordnung, die Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängern vorschreibt. Doch für die tägliche Arbeit des Vereins bedeutet das wenig: „Die Katzenschutzverordnung ist erstmal nur auf Papier", sagt Jin. Für Futter, Unterbringung und die oft hohen Tierarztkosten gibt es keine verlässliche städtische Finanzierung: „Von der Stadt Duisburg bekommen wir für Futter oder die allgemeinen tierärztlichen Behandlungen leider nichts." Selbst dokumentierte Verstöße führen laut Jin selten zu spürbaren Konsequenzen. Wie hilflos sich das anfühlen kann, zeigt ein Fall mit rund 20 kranken Perserkatzen aus problematischer Zucht. Trotz eingeschalteter Behörden konnten nur zwölf Tiere übernommen werden - acht blieben bei der Halterin.

Ein sicherer Ort vor dem Abriss:
Wie schnell aus einem übersehenen Problem eine kaum zu bewältigende Aufgabe wird, zeigt sich aktuell auf einem weitläufigen Industriegelände. Bei einem einzigen Einsatz wurden 17 Katzen gefangen, in der Folgewoche kamen zehn und dann noch einmal vier weitere hinzu. „Wir haben nicht mit ein oder zwei Katzen zu tun beim Industriegebiet – die Population ist sehr groß", so Jin. Viele Tiere sind eng miteinander verwandt und gesundheitlich belastet. Ein Kitten kam sogar mit nur drei Beinen zur Welt. Gleichzeitig fahren schwere Maschinen über das Gelände. Ab 2027 soll ein Teil abgerissen werden, während die Mitarbeiter:innen, die die Katzen bislang füttern, ihre Arbeitsplätze verlieren. Für diese soziale Katzengruppe muss deshalb ein neuer, sicherer Ort gefunden werden. Doch solche Plätze sind sehr selten. „Wir suchen dringend Plätze, an denen ganze soziale Gruppen weiterleben und gefüttert werden können."

Ausgesetzt und krank: Mochi
Doch nicht nur verwilderte Katzen brauchen das Team. Immer häufiger werden auch ehemalige Hauskatzen ihrem Schicksal überlassen. Eine von ihnen ist Mochi. Er kam krank zum Verein, stark erkältet, mit einer Entzündung und schiefgehaltenem Kopf. „Mochi war definitiv eine Hauskatze. Er ist krank ausgesetzt worden. Wenn das CT nötig wird, sind wir allein dafür schon bei über tausend Euro", erklärt Jin. Draußen sind solche Tiere besonders gefährdet:  Sie kennen das Leben auf der Straße nicht und werden von bestehenden Streunergruppen häufig vertrieben. Mochi ist kein Einzelfall. Erst kürzlich ließ eine Halterin nach einem Umzug fünf erwachsene Katzen und sechs Kitten zurück.

Ein Team an seiner Grenze
All diese Fälle landen bei einem Team, das selbst kaum Kapazitäten hat: Gerade einmal drei Fänger:innen und zwei bis drei Personen stemmen die Organisation – alle ehrenamtlich, neben dem eigenen Beruf. Fangaktionen ziehen sich oft über Stunden in den Abend- und Nachtstunden, gefolgt von Kastrationen, Quarantäne und Behandlungen, die von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern können. Gleichzeitig  müssen die bereits versorgten Katzen jeden Tag weiter gefüttert werden. Dabei helfen Menschen wie „Oma Rosi". Die ältere, nicht mobile Frau versorgt zuverlässig rund zwölf Streunerkatzen. Der Verein bringt ihr dafür regelmäßig Futter. „Unsere Oma Rosi kann nur füttern – aber genau das macht sie zuverlässig für ihre Streuner", so Jin.

Warum deine Futterspende jetzt zählt
Rund 250 Katzen an den verschiedenen Futter- und Pflegestellen sind auf das Netzwerk der Katzenhilfe Duisburg e.V. angewiesen. Reicht das Futter nicht, müssen Betreuer:innen privat zukaufen oder die Katzen gehen leer aus – und Spendengelder, die für Tierarztkosten gebraucht werden, fließen stattdessen in Futterkäufe. Eine Futterspende schafft hier direkte Entlastung: „Wenn die tägliche Versorgung gesichert ist, können wir unsere Kraft und unsere Spendengelder stärker in Kastrationen und Notfälle stecken."

Mit deiner Futterspende hilfst du Jin und ihrem Team dabei, aus purem Durchhalten echte Perspektive zu machen – für jede Katze, die in Duisburg auf Hilfe wartet.

Träger und Verantwortliche

Katzenhilfe Duisburg e.V.

Duisburg